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2 Kommentare

  1. Dino

    Hallo

    Na dann bin ich mal so frei und eröffne die Katzengeschichten 🙂

    Es geht um eine meiner Katzen, welche leider schon länger verstorben ist. „Minou“- er wird immer in meiner Erinnerung bleiben. Mit seinen knapp 9 kg war er ein Monster einer Norwegischen Waldkatze. Gezeichnet wie aus dem Bilderbuch.

    „Minou“ hatte Eigenschaften, welche ich nie mehr bei einer Katze erlebt habe. Er trank ausschliesslich aus dem Wasserhahn. Nicht aber etwa mit herausrieselndem Wasser, nein, es musste möglichst stark aufgedreht werden und er biss förmlich in den Strahl. Auf den Tisch kamen nur Frischfleisch, alles andere verschmähte Monsieur.

    Was ich aber nie vergesse, sind die Bilder, wenn jemand zu Besuch kam und er sehr langsam, exakt wie ein Löwe, die Besucher anschlich und in Angriffsposition ging. Leider wurde er, bevor ich ihn übernahm, in seinen jungen Jahren gequält. Gewisse Ticks bekam ich nicht weg, was ihn aber eben auch ausmachte. Er war ein charaktervoller und auch verschmuster Kater, doch eben, Besucher waren nicht sein Ding. Oft musste ich ihn wegsperren wie einen Kampfhund.

    Er zeigte kaum Reaktion, wenn sich die Besucher nicht fürchteten. Wenn aber, dann zelebrierte er seine Angriffe und machte hie und da auch Ernst. So hingen knappe 9 kg Norwegische Waldkatze an den verschiedensten Waden. Ich möchte gar nicht erwähnen, wie gross seine Pranken genau waren….

    Wenn ich in die Ferien fuhr, bat ich jeweils meinen Vater oder meinen Bruder den Minou zu füttern. Sie taten das. Nicht aber ohne vorher und bereits vor meiner Wohnung die Fischerstiefel anzuschnallen. Ein anderes Mal schlief mein Bruder bei mir. Morgens hörte ich ihn um Hilfe rufen. Ich ging ins Wohnzimmer, wo mein Bruder auf der Gäste-Luftmatratze lag und Minou ca. 10 cm neben seinem Kopf. Er machte nichts, er schaute meinem Bruder nur tief in die Augen und dieser getraute sich kaum mehr, eine Bewegung zu machen, *lol*! Ja, das war Minou, ein guter Freund und Beschützer 😉

  2. Ja, Katzen haben schon ihren eigenen Kopf. Und damit können sie durchaus Leute ängstigen. Man weiss ja nie so genau, was diese Mini-Tiger im Schilde führen. Und gut bewaffnet sind sie ja auch.
    Manchmal ziehen sie aber trotz alldem den Kürzeren. Das erging meiner Katze kürzlich so:

    Vor zwei Tagen hätte ich die Zoologen aus dem Häuschen bringen können. Vorausgesetzt, ich hätte meine Kamera zur Hand gehabt. Dann hätte ich belegen können, dass Rehe keine sanfte und harmlose Tiere und schon gar keine reinen Pflanzenfresser sind. Sie sind weder scheu noch Inbegriff des Veganertums.

    Frühmorgens hatte mein Kater «Johnny», ein grauer Maine Coone mit weisser Brust, den Drang verspürt, sich vor dem Haus umzusehen. Kaum war er draussen, entdeckte ich am hinteren Ende unseres recht grossen Gartens zwei Rehe beim Grasen. Offenbar handelte es sich um ein Reh-Mami und sein Junges.

    Mein Kater interessierte sich für die Eindringlinge, die ungeniert durch sein Revier zogen. Johnny näherte sich den Paarhufern vorsichtig. Doch da zeigte sich, dass Rehe Fleischfresser sind. Reh-Mami hob angriffslustig den Kopf und setzte zum Sprint auf meinen bedauernswerten Kater an. Der floh am Haus vorbei in Richtung Heuschober, verfolgt vom blutrünstigen Reh.

    Keine Übertreibung: Das wilde Wild wetzte dem Kater hinterher und rannte keine drei Meter vor dem Fenster vorbei, von dem aus ich die Jagdszene verblüfft beobachtete. Erst im Heuschober war der Kater in Sicherheit. Das Reh schreckte vor dem Eindringen in das Gebäude zurück, besann sich auf seinen ihm nachgesagten scheuen Charakter und trabte zum Jungen zurück. Nicht ohne Stolz, den zum gefährlichen Tiger hochstilisierten Kater siegreich verjagt zu haben. Johnny liess sich erst Stunden später wieder im Garten blicken. Bis dahin hatten sich die gefrässigen Rehe aus dem Staub gemacht. Ich frage mich, ob sie kein Gras gefressen, sondern Schnecken gejagt hatten.

    Und ich ärgere mich, dass ich meine Kamera nicht schussbereit bei mir hatte. Schliesslich wären auch die scheinheilig grasenden Rehe schon ein Foto wert gewesen. Dass sie dann auch noch meine Katze attackierten, war ein Glücksfall. Nicht für Johnny, aber für die Kamera, sofern ich sie denn dabei gehabt hätte…

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